From the magazine ZStrR 2/2020 | S. 117-162 The following page is 117

Die individuelle Strafbarkeit von Leitungs- und Kontrollpersonen einer Bank für Defizite im Risikomanagement zur Bekämpfung der Geldwäscherei

Ungenügende Risikokommunikation als strafrechtliches Problem aus Sicht eines Bankrechtspraktikers

I. Einleitung und Problemstellung

«Head Office is watching you.» Mit dieser Warnung bedachte die Leitung einer Bank kritische Mitarbeiter, die auf verdächtige Transaktionen und Kundschaftsbeziehungen im Rahmen der Geldwäschereibekämpfung aufmerksam machen wollten.1 Die Devise an die Mitarbeitenden lautete: «Process the transactions, and get them done on time»2. Dass es sich bei der Schilderung dieser Zustände in den Medien nicht um eine Erfindung von Journalisten handelt, bestätigt das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Januar 2019, in dessen Begründung von Täuschung des Beschwerdeführers (General Counsel der Bank) durch den Verwaltungsratspräsidenten und von Druck seitens der Vorgesetzten die Rede ist.3 Das Bundesverwaltungsgericht sah von einer Bestätigung des von der FINMA ausgesprochenen Berufsverbotes gemäss Art. 33 FINMAG gegen den General Counsel ab. Es stellte aber fest, dass dieser an der unterbliebenen Meldung an die Meldestelle für Geldwäscherei (MROS…

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