From the magazine ZStrR 4/2013 | S. 337-359 The following page is 337

Die strafprozessuale Stellung von Opfern bei Massenverletzungen

Eine Rechtsvergleichung anhand des norwegischen Falls Breivik

I. Einleitung

Die Terrorattentate im Regierungsviertel von Oslo und auf der Binnenseeinsel Utøya am 22. Juli 2011 haben weit über Norwegen hinaus, auf der ganzen Welt – auch in der Schweiz – grosse Aufmerksamkeit erregt. Die um 15.25 Uhr in Oslo detonierte Autobombe verursachte nicht nur immense Sachschäden, insbesondere an den Gebäuden des Staatsministeriums und der Departemente. Darüber hinaus tötete die von Anders Behring Breivik gezündete Bombe acht Menschen und verletzte mindestens 200 weitere Personen, neun davon schwer. Nach Schätzungen befanden sich 500 Personen im Gefährdungsbereich. Noch grössere Bestürzung hat jedoch das Attentat auf Utøya ausgelöst. Als Breivik, eine Polizeiuniform tragend und schwer bewaffnet, die etwa 40 Kilometer ausserhalb von Oslo gelegene Binnenseeinsel wenige Stunden nach dem Attentat von Oslo erreichte, befanden sich 564 Personen auf der Insel, darunter 530 Jugendliche, die an einem von der Jugendorganisation der regierenden sozialdemokratischen…

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