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Die Unmittelbarkeit der Beweiserhebung im Strafprozess

I. Einführung in die Problemstellung

Wenn von der Unmittelbarkeit der Beweiserhebung die Rede ist, sprechen wir von einer Prozessmaxime, die zwei Teilaspekte umfasst, die zwar in einer gewissen Beziehung zueinander stehen, die aber nicht zwingend voneinander abhängig sind, sondern Raum für gesetzgeberische Gestaltung bieten:1 Zum einen geht es darum, Aus der ZeitschriftZStrR 4/2014 | S. 424–447 Es folgt Seite № 425dass die den Entscheid fällende Instanz die für die Entscheidfindung notwendigen Beweise selbst erheben soll, um so einen unmittelbaren Eindruck von deren Beweiskraft zu erlangen. Neben dieser sogenannten formellen Unmittelbarkeit gibt es dann aber auch noch die sogenannte materielle Unmittelbarkeit. Diese fordert die Benutzung des tatnächsten und deshalb – so die Erwartung – auch aussagekräftigsten Beweismittels. Am Beispiel illustriert: Das Zeugnis eines unmittelbaren Tatzeugen soll nicht durch das Zeugnis von Personen ersetzt werden, die…

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