From the magazine ZStrR 1/2017 | p. 61-80 The following page is 61

Die Schuldfähigkeit aus psychiatrisch- psychologischer Sicht**

I. Einleitung

«Nulla poena sine culpa» – im Schweizer Strafrecht gilt bekanntlich das Schuldprinzip, d.h., vom Staat darf nur bestraft werden, wer auch schuldig ist.1 Schuld setzt in erster Linie voraus, dass der Täter überhaupt schuldfähig ist. Sollten ernsthafte Zweifel an der Schuldfähigkeit des Täters bestehen, haben Untersuchungsbehörde oder Gericht laut Art. 20 StGB eine sachverständige Begutachtung Aus der ZeitschriftZStrR 1/2017 | p. 61–80 Es folgt Seite № 62des Täters anzuordnen.2 Diese wird im Regelfall bei einem Facharzt für Psychiatrie in Auftrag gegeben werden.3 In seiner forensischen Tätigkeit unterstützt der Psychiater also das Gericht bei seiner Entscheidung, ob – resp. inwieweit – der Täter für seine Tat einzustehen hat. Da es sich bei der Einschätzung der Schuldfähigkeit um eine empirisch-normative Aufgabe handelt,4 sollten Gericht und Gutachter dabei Hand in Hand arbeiten. Im folgenden Beitrag wird zu kontroversen Punkten…

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