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Das Recht auf Sprachunterstützung im Strafverfahren nach Art. 6 Abs. 3 lit e EMRK*

I. Einleitung

Seit dem Inkrafttreten der EMRK ist der zentrale Topos des Strafprozessrechts kontinentaleuropäischer Prägung das Fairnessgebot.1 Das gilt insbesondere für die Schweiz, die den Fairnessgrundsatz des Art 6 EMRK innerstaatlich an Aus der ZeitschriftZStrR 1/2020 | S. 21–48 Es folgt Seite № 22prominenter Stelle, nämlich in Art 3 StPO, gleichberechtigt neben die Achtung der Menschenwürde verankert. Die Vorschrift konkretisiert Facetten des Fairnessgebots in Art. 3 Abs 2 StPO, wo unter lit. c das Gebot zur Gerecht- und Gleichbehandlung aller Verfahrensbeteiligten sowie die Gewährleistung des rechtlichen Gehörs genannt werden. Trotz seiner vermeintlichen Inhaltsleere und des daraus resultierenden Konkretisierungsbedarfs2 gehört zur Essenz des Fairnessgrundsatzes die Ermöglichung der effektiven und persönlichen Teilnahme des Betroffenen am konkreten Verfahren.3 Der ratio des Fairnessgebots liegt damit nicht nur der Schutz vor Willkür zugrunde,4 sonde…

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